Routeburn Track


Facts


Über den Track:

Der Routeburntrack führt auf gut 32 Kilometern durch den Mount Aspiring und den Fjordland Nationalpark. Er verbindet den Anfangspunkt „Routeburn Shelter“ mit dem Endpunkt „The Divide“ oder in umgekehrter Reihenfolge. Beide Punkte liegen über den Straßenweg fast 300 Kilometer auseinander. Wer eine etwas günstigere Alternative zum bekannten Milford Track sucht, dem sei der Routeburn auf jeden Fall empfohlen.


Anreise:

Als Ausgangspunkt bieten sich Queenstown oder Te Anau an. Wir sind von Queenstown aus gestartet, da hier der Transport zum Anfangs- bzw. vom Endpunkt leicht zu organisieren war.

Wie kommt man zum Weganfang:

Von Queenstown bieten unterschiedliche Transportunternehmen recht günstig (in Anbetracht der Entfernung) die Anreise und Abholung zum und vom Track an. Die Busse zum „Routeburn Shelter“ starten morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr.
Eine Möglichkeit wäre z.B. :
Kiwi Discovery

Wie kommt man vom Wegende zurück:

Hier gilt das Gleiche. Die Abholung wird im Vorfeld in Queenstown gebucht. Die Busse starten je nach Unternehmen irgendwann nachmittags von „The Divide“ zurück nach Queenstown.


Kartenmaterial:

Es gibt in den DOC Zentren (Department of Conservation) kleine Infoheftchen mit Wegbeschreibung und einer Übersichtskarte. Der Weg ist eindeutig markiert, so dass man eigentlich kein detaillierteres Kartenmaterial benötig.


Übernachtung:

Es gibt Hütten und Zeltplätze. Man sollte zwei Übernachtungen planen. 1. Übernachtung Routeburn Flats und Camp, 2. Übernachtung Lake Mackenzie Camp. Aus der anderen Richtung ist es wegen günstigerer Lage der Zeltplätze auch möglich mit nur einer Übernachtung auszukommen. Die Tagesetappe ist dann allerdings etwas länger. Achtung: Hütten und Zeltplätze müssen in der Saison Ende Oktober bis Ende April vorgebucht und bezahlt werden. Ansonsten ist doppelte Gebühr fällig. Und ja, es wird definitiv kontrolliert. An allen Hütten ist ein Hüttenwart.


Gebühren:

Während der Hauptsaison muss man sich online oder im DOC Center registrieren. Es fällt nur Hütten oder Zeltplatzgebühr an, keine weitere Permitgebühr. Das investierte Geld kommt der Instandsetzung des Weges zu Gute, was die Umwelt dort natürlich ziemlich schont.


Verpflegung:

Muss leider getragen werden. Man sollte auf jeden Fall 2 Essen dabei haben.


Wegbeschaffenheit:
Teils alpines Gelände mit Anstiegen. Die Wege sind sehr gut ausgebaut. Besonders im Anfangs- und Endbereich. Der Track ist insgesamt als leicht bis mittelschwer einzustufen.



Markierung:

Der Weg ist jederzeit gut erkenntlich und auch gut markiert


Highlights am Weg:

Der Weg bietet sehr unterschiedliche Landschaftstypen. Alpine Passagen aber auch üppige Wälder mit Farnen. Besonders reizvoll ist der Anstieg zu Harris Saddle mit Blicken in das Tal der Routeburn Flats. Nach Harris Saddle genießt man bei schönem Wetter Blicke ins Hollyford Valley. Auch der Lake Mackenzie liegt in sehr reizvoller Umgebung.



Es kann losgehen: In Neuseeland sollte man grundsätzlich auch auf jedes Wetter gefasst sein. Besonders gehört gute Regenkleidung in Gepäck. Wir hatten, was den Regen angeht Glück. Leider war die Sicht im Fjordland Nationalpark nach Harris Saddle sehr eingeschränkt. Trotzdem ist der Routeburn ein sehr schöner Track, der die Auszeichnung zu einem Great Walk in Neuseeland auf jeden Fall zu Recht trägt.








TAG 1: Routeburn Shelter – Routeburn Flats Camp 6,5 km

Der Bus aus Queenstown setzt uns ungefähr gegen 10.30 Uhr am Ausgangspunkt ab. Und schon stehen wir am Routeburnshelter. Vor dem Weganfang heißt es noch kurz die Schuhe zu desinfizieren. Dazu steht in Sprühflaschen irgendein Zeug am Weganfang. Man will hiermit die Verbreitung von Dydimo verhindern, eine Algenpest die in Süßwässern auftreten kann. Algenreste an den Schuhen reichen aus, um zur Verbreitung beizutragen.
Es geht über eine Hängebrücke und schon sind wir in üppigem, bemoosten Wald. Moos heißt hier allerdings, man sieht den Wald vor Moos nicht mehr. Bäume sind meterhoch bewachsen, Steine und alles was sich in der Nähe befindet. Wir steigern unser Tempo um nicht auch zu vermoosen.
Der Weg ist ehrlich gesagt ziemlich gut ausgebaut und gleicht einem Waldspaziergang. Nach 2 Stunden erreichen wir dann auch schon die Grasebene und nach ein paar weiteren Minuten den heutigen Campplatz. Das war ein kurzer Tag und der Weg ging schneller als wir erwarteten. Wir nutzen den Nachmittag noch für einen kleinen Abstecher ins Seitental. Ein Weg führt direkt von der Hütte ab. Das heißt erstmal Schuhe aus und gut 10 Meter durch das eiskalte Wasser des Flusses auf die andere Seite. Langsam schlendern wir weiter. Es geht noch über ein paar kleinere Flüsse. Leider beginnt es stärker zu regnen und die Sicht wird auch nicht besser. Die Gegend erinnert ziemlich an Szenen aus Herr der Ringe. Trotzdem drehen wir irgendwann um, da sich das Wetter weiter verschlechtert und gehen zurück zum Zelt. Ein amerikanisches Pärchen hat bereits auch schon ihr Zelt aufgestellt. Wir verbringen zusammen den Nachmittag und tauschen unsere Trackerfahrungen aus.








TAG 2: Routeburn Flats Camp – Lake Mackenzie 13,6km

Das Wetter hat sich am Morgen wieder stark aufgelockert und in „Allerherrgottsfrühe“ sind wir wieder auf dem Track. 10.30 Uhr zeigt unsere Uhr. Mist, mal wieder die letzten. Dafür ziehen wir das Tempo an und steigen zur Routburn Falls Hut, Zwischenstation auf dem Weg zu Harris Saddle. Ab dort wird die Vegetation weniger und wir erreichen die Baumgrenze. Die Blicke zurück ins Tal sind umwerfend. Je höher wir steigen, desto besser die Blicke. Das Wetter tut sein übriges. Der Weg steigt die ganze Zeit stetig an. Ist aber gut zu gehen und stellt keine gehtechnische Herausforderung dar. Ab Harris Saddle ist sozusagen der Höhepunkt des Blickes ins Tal erreicht. Der Sattel stellt allerdings wohl auch die Wetterschneise dar. Ist Richtung Routeburn Flats noch gutes Wetter, so sieht das Wetter in die andere Richtung, die, die wir gehen, weniger gut aus. Nebel, Nieselregen und starker Wind. Vom Sattel aus „reiten“ wir zügig den Berg hinunter Richtung heutigem Ziel Lake Mackenzie. Kurz vor dem See, erreichen wir wieder ein Waldstück das noch stärker vermoost ist. Man sieht fast nur Flechten und Moose. Wir denken, dass müsste ein Paradies für jeden Botaniker sein. Hier findet man sicherlich zig verschiedene Arten Moose und Flechten auf engstem Raum. Gegen späten Nachmittag erreichen wir dann den Campingplatz. Die Campspots hier haben zusätzlich einen kleinen Schutzunterstand mit einem Holztisch, was hinsichtlich der meist feuchten Wetterlage nicht das schlechteste ist. Ein Tischchen mehr, hätte allerdings auch nicht geschadet.








TAG 3: Lake Mackenzie – The Divide 12 Kilometer
Heute ist schon der letzte Tag. Nach dem Camp geht es erstmal wieder etwas steiler bergan. Auf dem Weg liegen noch die 174m hohen Earland Falls, gerade bei Regen ziemlich eindrucksvoll. Nach den Fällen geht es stetig bergab in Richtung einer weiteren Hütte Lake Howden Hut, ebenfalls an einem kleinen, schönen See. Die Hütte nutzen wir für eine kleine Mittagspause, bei der wir unsere letzte Nudelsuppe kochen. Nach der Hütte geht es dann noch mal für gut 15 Minute bergan, bevor der Weg zügig Richtung The Divide führt. Am Wegesrand können wir immer wieder die zahlreichen Vögel beobachten. Nach der knapp 5 stündigen Etappe erreichen wir dann den Endpunkt und warten auf den Bus, der uns fast pünktlich auf die Minute dort aufsammelt.









Fazit

Der Routeburn ist eine echte Alternative zum Milford. Wenn leider auch nicht weniger überlaufen. Aber man kann sich die Hüttengebühren sparen indem man zeltet. Man braucht keine Boottransfers etc. Nur der Bustransfer ist essentiell oder man probiert es per Anhalter. Die Aussichten sind wirklich spektakulär und stehen dem gelobten Milford Track in nicht viel nach (ich bin den Milford bereits einmal vor 6 Jahren gegangen), vorausgesetzt man besucht den Milford Sound noch in einer Extra Tour. Der Track stell keine besondere Herausforderung dar, sondern ist in der Tat ein Wildnisspaziergang, wenn man etwas Trekkingerfahrung hat. Dies kann sich natürlich bei extremen Wetterlagen auch extrem ändern. Leider ist der Track deswegen auch ziemlich überlaufen, denn er wird auch als geführter Track angeboten, für den noch einmal Extrahütten gebaut worden sind. Man kann dem großen Trouble vielleicht etwas entgehen, wenn man die Zeltvariante wählt. Den Aussichten tut das aber keinen Abbruch an.




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