Apfelkomplott


Die Geschichte des Apfels ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Es fängt vor langer Zeit im Paradies an und hört mit dem heutigen Tage auf, an dem wir auf der Leiter stehen und Apfel für Apfel pflücken. Immer wenn dann ein weiterer Apfel in den Pickerkorb wandert und die Gedanken schweifen, fange ich an, mir etwas darauf zu reimen.

(c) 2009 Marc Frantzen, das Gedicht oder Teile des Gedichtes dürfen nur mit Zustimmung des Autors verwendet werden. Bitte nutzt das Flaschenpostsymbol unten rechts in der Ecke.

Ihr befindet euch auf der meist gegoogelten Seite unserer Homepage?!?


Vor der letzten Sintflut gab es eine Apfelsorte,
und das auch nur an einem ganz bestimmten Orte,
der Gehörnte half der Eva da beim Pflücken,
am Abend wollte sie ihren Adam damit verzücken.
Der Rote mit den Hörnern dachte dabei fies,
er mochte den Ort nicht namens Paradies.
Der Eva gelang damals all dies mit Bravur,
das dumme an der Sache war dann nur,
der Andere oben hatte das Pflücken ihr verboten, nicht gelogen,
beide sind zur Strafe dann prompt aus ihrem Paradies geflogen.
Das war wirklich blöd gelaufen mit des Apfels Verzehr,
und unter uns, es war kein Apfel, sondern der erste Geschlechtsverkehr.

Da fällt mir ein, auch beim Schneewittchen macht der Apfel Zicken,
eine alte Hexe wollte sie in einen langen Schlafe schicken,
die sieben Zwerge packten sie dann in nen Sarg aus Glas,
da kam ein Prinz vorbei und dachte, „die Schnecke wär´ doch was.“
Er versucht es mit besabbern und auch mit saugen,
plötzlich bewegt sie sich und öffnet wieder ihre Augen.
Irgendwie kommt´s mir komisch vor und da scheint es wohl,
auch diesmal ist der Apfel ein ganz anderes Symbol.

Und auch bei Schiller gab´s Äpfel und nen lustigen Gesell,
nämlich den Landvogt Gessler und den Schützen Wilhelm Tell.
Landvogt Gessler, ein Sado wie es ihn selten gab,
steckte einst einen Hut auf seinen langen Stab.
Die schweizerischen Untertanen sollten es keinesfalls vermeiden,
beim vorübergehen an dem Stab sich zu verneigen.
Der Tell seines Zeichens kein bisschen Maso oder Devot,
verweigert jeden Gruß zum Stab und Hut in seiner Not.
Vor einer Strafe konnte er sich dann nicht verschließen,
sollte seinem Sohnemann vom Kopf nen Apfel schießen.
Zum „Schützenfest“ nimmt er gleich zwei Pfeile mit, ihr fragt warum?
Damit bläst er später mal den Landvogt Gessler um

Jetzt stehen wir hier viele Jahre später auf der Leiter,
schreiben die Geschichte des Apfels weit und weiter.
Ob Granni, Braeburn oder Fuji, wir pflücken sie alle munter,
hol´n uns dabei zwischendurch mal öfter einen runter,
zum direkten Verzehr, um den Geschmack zu unterscheiden,
dass lässt sich beim täglich pflücken wirklich nicht vermeiden.

Und wahrscheinlich hat es der geneigte Leser schon entdeckt,
dass in jeder Geschichte vom Apfel auch was Sexuelles steckt.
Es liegt uns fern, uns jetzt als „Natural Born Picker“ selbst zu huldigen,
direkt und offiziell möchten wir uns für Blasphemie und Schlüpfrigkeit entschuldigen.
Wir wollen auf unserer Homepage auch weiter nicht entgleiten,
nur mal kurz das Repartoir erweitern.
Sex als Schlagwort erhöht nun mal das Interesse, mögt ihr es nicht oder gefällt´s,
es führt kein Weg daran vorbei, auch bei Global Wings „Sex sells“.

Marc