Kaikoura – Never ending story



Wir flüchteten knapp 2 Wochen vor dem Regen die Ostküste hinauf. Und in Kaikoura schafften wir es – wir hingen ihn ab! Kaikoura ist eigentlich nicht größer als ein Dorf und im Grunde genommen gibt es zwei Dinge, die es auszeichnet: Die längsten Parkplätze der Welt und Whale Watching mit fast 100% Erfolgsquote, dank des Kaikoura Canyons, der knapp hinter der Küste mal gut über 1000 Meter in die Tiefe stürzt. Ein perfektes temporäres Zuhause für Sperm Whales. Vor 100 Jahren war dieser Ort noch eine riesiger Unterwasserspielplatz für Blauwale und Southern Right Whales, doch das war leider noch in Zeiten vor dem Walfangverbot. Vielleicht werden nachfolgende Generationen wieder Glück haben und wieder eine größere Vielfalt genießen können, sobald sich bei den Walen rum gesprochen hat, dass sie hier wieder sicher sind.

Kaum in dem kleinen Küstenort angekommen, hatten wir auch schon unser Date mit den verbliebenen Zahnwalen, die locker mal einen 6 Meter Hai verschlingen können, fest gemacht. Am nächsten Vormittag sollte es losgehen. Prognosen: Sonnenschein und ruhige See. Gelernt aus der Vergangenheit (Fischfütterung am Ningaloo) hatte ich trotzdem ein paar Reisetabletten zum Frühstück, jedoch nicht die ganz starken, man will ja schließlich auch noch wach bleiben. Wir standen startklar parat, als auf dem Display ein kurzer Satz, die erste Skepsis nährte: Seasickness warning today! (Frei übersetzt: Kotzen im Anmarsch) Also her mit der hauseigenen Wunderwaffe eine Kapsel mit Kräutern und ner Menge Ingwer – kann ja nicht schaden… Eine knappe Stunde auf dem schaukelnden Boot konnte wir allerdings auch noch den Zusatz bringen „… helfen allerdings auch nicht!“. Die Tour war sehr erfolgreich an diesem Vormittag: vier Walsichtungen. Die ich auch allesamt mit einer Tüte vor dem Mund genießen konnte.

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen schwor ich: Nie wieder eine Schiffstour! Doch Kaikoura hatte dann doch noch etwas Meer äh mehr zu bieten. Neben einem wunderschönen Küstenstreifen mit einmaligen schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund gibt es hier auch noch eine zugängliche Seehundkolonie. Allerdings hieß es für den Rest des Tages, dass man durch den Mund atmen musste. Der Gestank der Tiere ist auch schon auf stabilen Magen schwer verdaulich. Auch wenn es sich nicht so anhört: Alles in allem war es ein Highlight an der Ostküste und endlich mal eins ohne Regen. (Sina)