Abel Tasman Track


Facts


Über den Track:

Der Abel Tasman Track führt auf gut 52 Kilometern durch den gleichnamigen Nationalpark in der Nähe von Nelson. Er startet in Marahau und endet bei Whriwhrangi. Viele beenden aber bereits schon in Totaranui, da von hier noch offiziell das Wassertaxi regelmäßig zurück fährt. Die Hauptaktivitäten im Park sind Wandern und Kajak fahren. Es gibt unzählige Kajakverleihe in Marahau und Umgebung. Und es gibt ebenso viele unterschiedliche Möglichkeiten den Weg anzugehen. Kajak hoch, gehen runter oder umgekehrt. Oder das Wassertaxi zurück oder hoch, oder oder oder. Da ist für garantiert jeden was dabei. Sogar für den, der gar nicht laufen will. Der fährt nämlich mit dem Wassertaxi an einen schönen Strand, legt sich hin und lässt sich abends wieder abholen. Und auch für den ambitionierten Wanderer gibt es was, der kann nämlich am Ende des Abel Tasman Tracks auch den sogenannten Inland Track wieder zurück laufen, was die Tour dann noch mal um weitere 38 Kilometer verlängert. Wie gesagt, alles was das Herz begehrt. Außer Ruhe im Sommer. Da hier die Infrarstruktur so gut ausgebaut ist, sind natürlich eine Menge Leute unterwegs und die Strände auch entsprechend überfüllt. Zeltplätze gibt es übrigens hier auch en Mass. Wir haben für unseren Weg die Winterjahreszeit gewählt. Die Temperaturen sind dann zwar leider nur knapp 2stellig, dafür ist aber alles ziemlich beschaulich ruhig.


Anreise:

Als Ausgangspunkt bieten sich Nelson bzw. Motueka an. Von dort fahren die unterschiedlichsten Busse zum Abel Tasman. Man hat unterschiedlichste Möglichkeiten der Unterkunft, was auch für Marahau, den Hauptausgangsort zum Abel Tasman gilt. Kommt man mit dem Auto, hat man in Marahau unterschiedliche Möglichkeiten den Wagen sicher abzustellen.

Wie kommt man zum Weganfang:

Will man z.B. von Marahau aus starten, geht der Weg praktisch vor der Tür los. Oder man lässt sich von Marahau aus zum Endpunkt fahren (diverse Wassertaxis) und wandert zurück. Die Wassertaxis halten an den unterschiedlichsten Punkten, so dass vom 1 Tagestrip bis zum 4 Tagestrip alles drin ist.

Wie kommt man vom Wegende zurück:

Hier gilt das Gleiche. Die Abholung durch ein Wassertaxi sollte man ggf. in einem der Visitorcenter oder direkt in Marahau vorbuchen. Zeitpläne und Anbieten findet man alle dort.


Kartenmaterial:

Es gibt in den DOC Zentren (Department of Conservation) kleine Infoheftchen mit Wegbeschreibung und einer Übersichtskarte. Für den Weg an sich ist das aber nicht mal notwenig. Er ist gut markiert und eindeutig zu sehen.


Übernachtung:

Es gibt Hütten und Zeltplätze. Da es ein so genannter Great Walk in Neuseeland ist, findet man ein Hüttensystem, welches beim DOC vorgebucht werden muss. Gleiches gilt für Zeltplätze. Am Weg selbst sind 4 Hütten, verteilt auf die Abschnitte, zu finden. Zeltplätze kann man praktisch nicht zählen, so viele gibt es verstreut über die unterschiedlichsten Plätze, sowohl für Wanderer als auch Bootfahrer.


Gebühren:

Während der Hauptsaison muss man sich online oder im DOC Center registrieren. Es fällt nur Hütten oder Zeltplatzgebühr an, keine weitere Permitgebühr. Das investierte Geld kommt der Instandsetzung des Weges zu Gute, was die Umwelt dort natürlich ziemlich schont. Es sollte also selbstverständlich sein, dies auch entsprechend zu bezahlen


Verpflegung:

Muss leider getragen werden. Man sollte auf jeden Fall 3-4 Essen dabei haben, je nachdem wie viel Zeit man sich lässt. Bei etwas mehr als der Hälfte des Weges findet man eine private Lodge (Awaroa Lodge), hier besteht die Möglichkeit auch zu essen. Es gibt ebenfalls ein angeschlossenes Cafe.


Wegbeschaffenheit:
Der Weg ist super ausgebaut, ohne Geröll und sehr leicht zu gehen. Ein wirklicher Spaziergang.



Markierung:

Der Weg ist jederzeit gut erkenntlich und auch gut markiert


Highlights am Weg:

Neben der üppigen Vegetation sind natürlich die unterschiedlichsten Buchten mit den goldgelben Stränden das Highlight des Parkes. Das Wasser ist kristallklar. Auf Tonga Island gibt es eine Seehund Kolonie, die man mit dem Kanu anfahren kann. Oftmals halten auch die Wassertaxis für einen kurzen Blick auf die Tiere. Ebenfalls besteht die Möglichkeit von Delfinsichtungen. Auch die Querung der Gezeitenzonen (Meeresärme die nur bei Ebbe durchwatet werden können) hat ihren Reiz.



Es kann losgehen: Bevor es losgeht ist ein Update des Wetters noch einmal angebracht. Der Abel Tasman lohnt sich einfach mehr bei schönem Wetter. Besonders wenn man Zeit am Strand verbringen will. Die Region ist allerdings schon eine der Schönwetterregionen Neuseelands. Die Chancen stehen also nicht so schlecht. Gerade, Leute die sich für Kajak entscheiden und noch Anfänger sind, brauchen auch eine Info über das Wetter und die Seeverhältnisse. Weiterhin ist ein Update aus der Gezeitentabelle einzuholen, um zu wissen, wann die entsprechenden gezeitenabhängigen Meeresärme überquert werden können. Bei ein paar gibt es eine Flutumgehung, das Awaroa Inlet allerdings kann nur bei Ebbe überquert werden.








TAG 1: Marahau – Anchorage Hut 12,4 km

Nachdem wir uns die ganzen Informationen zusammen gesammelt haben, sind wir erst mal froh, dass wir mitten im Winter in der Nebensaison dort sind. Im Sommer scheint der Track und die Küste ziemlich überlaufen zu sein. Wir bekommen so wenigstens die Dinge mit etwas Ruhe zu Gesicht, müssen dafür natürlich den Nachteil der kühlen Temperaturen in Kauf nehmen. Nachts sinkt das Thermometer bereits auf 0° C. und tagsüber auf knapp zweistellige Werte. Dafür strahlt die Sonne und der Himmel ist fast wolkenlos.
Leider können wir nicht den ganzen Track laufen, weil wir eine Zeit erwischt haben, bei der die Gezeiten so ungünstig liegen, dass wir die letzte Hütte nicht mehr bei Sonnenlicht erreichen (dummerweise ist es im Winter halt auch schon um 17.30 Uhr stockfinster). Das Awaroa Inlet kann nur in einem entsprechenden Zeitfenster überquert werden. Dieses Fenster lag im Nachmittagsbereich. Schade eigentlich. Aber alles geht nun mal nicht. Wir lassen es daher ziemlich ruhig angehen mit drei Übernachtungen im Park verteilt auf etwas mehr als 30 Kilometer. Der erste Tag ist ein sehr einfacher Weg. Wir kommen direkt an einigen schönen Buchten und Stränden vorbei und machen dort ausgedehnte Pausen. Der Weg geht immer wieder Inland und dann zur Küste zurück. Nach gut 5 Stunden (nicht reine Gehzeit) sind wir dann auch schon an der Anchorage Bay und somit unserer ersten Hütte. Von weitem sehen wir sie schon und sind so fixiert auf diese Hütte, dass wir an der Eigentlichen glatt vorbei laufen. Erst dort angekommen, stellt sich heraus, dass diese wohl eine Privathütte ist. Wir sind froh, dass uns keiner gesehen hat und laufen „peinlich berührt“ zurück zur richtigen Hütte, wundern uns dann, wie wir an dem Schild überhaupt vorbei laufen konnten. Eine Ausrede dafür fällt mir noch ein. Am Strand haben wir nämlich einen Delfin beobachtet, der in der Bugwelle eines nahenden Wassertaxis sichtlich so viel Spaß hatte, wie wir, als wir ihn dabei beobachtet haben und dadurch natürlich absolut in unserer fokussierten Konzentration ablenkt wurden.







TAG 2: Anchorage – Bark Bay Hut 9,5km

Gemächlich brechen wir morgens auf. Auch heute liegt wieder nur eine kurze Etappe vor uns. Die vor uns liegende Torrent Bay kann ebenfalls nur bei Ebbe durchquert werden. Es gibt aber zur Not eine Umleitung für den Fall der Flut. Wir können jedoch geradeaus durch den Schlick waten. Alles ist bereits entsprechend trocken. Lustig sind die ganzen Boote aus dem gegenüberliegenden Torres Bay Village. Sie liegen auf dem Sand wie bestellt und nicht abgeholt. Aber das ganze wird sich in 4 Stunden wohl wieder ändern, wenn nichts dazwischen kommt. Nach der Überquerung passieren wir das kleine Dorf. Hier handelt es sich wohl um überwiegend Wochenend- und Ferienhäuser der betuchteren Kiwis. Nach dem Village verschwindet der Weg wieder im Busch und windet sich über ein paar Hügel. Immer wieder gibt er Blicke auf traumhafte Buchten frei. Bei dem blauen Himmel und der Sonne sieht das klare Wasser weitaus einladender aus, als es eigentlich ist. Schlappe 12 Grad ist die Wassertemperatur. Eindeutig zu kalt für einen Versuch. Am späten Nachmittag erreichen wir dann die Bark Bay Hütte. Wir sind diesmal alleine und freuen uns auch darüber, die ganze Hütte für uns zu haben. Das heißt auf jeden Fall niemand, der im Zimmer schnarcht. Hierbei ist zu erwähnen, dass man sich die Zimmer und ebenfalls die Liegeflächen mit ca 14 Leuten teilt. Zwar hat jeder seine eigene Matratze, aber wenn die Hütten voll sind, kann es schon recht kuschelig werden und einer ist immer dabei, dem das Gaumensegel flattert. Bei Anbruch der Dunkelheit sind wir uns dann fast sicher: heute kommt niemand mehr. Leier verfehlt. Ungefähr eine weitere Stunde später trifft noch eine Gruppe mit 5 Amerikanern ein, die im Schein ihrer Stirnlampen den Abel Tasman bei Dunkelheit genießen. Dies bestätigt die zweite Regel. Mindestens einer kommt immer noch im Dunkeln. Die Schnarcherei hält sich dafür aber dennoch in Grenzen oder unsere Ohrstöpsel sind diesmal gut.








TAG 3: Bark Bay Hut – Awaroa Hut 10,5 km  

Heute ist schon der letzte Tag. Fühlt sich noch gar nicht richtig nach Trekking an. Liegt aber daran, dass der Weg wirklich mehr einem Spaziergang gleicht. Am zweiten Tag ist uns sogar noch ein Paar mit Kinderwagen entgegengekommen. In Allerherrgottsfrühe sind wir schon wieder auf den Beinen. Die Uhr zeigt 10.30 Uhr und wir stehen bereits bepackt mit Rucksack vor der Hütte. Der Weg geht erst einmal wieder landeinwärts und man bekommt vom Meer nicht viel zu sehen. Er steigt ebenfalls leicht an. Nach der Überquerung der Landzunge scheert der Weg wieder Richtung Meer und man läuft am goldenen Onetahuti Beach entlang. Darauf folgt wieder eine längere Wegstrecke ohne nennenswerte Blicke aufs Meer. Irgendwann passieren wir die Abzweigung zur Awaroa Lodge. Eine Lodge der gehobeneren Klasse. Wir verzichten allerdings auf einen Snack dort. Wir haben ohne hin schon zu viel gefuttert und hoffen, dass unser Nutella Glas bzw. dessen Inhalt (liebe Fa. Ferrero, wenn sie das lesen, überweisen sie uns bitte einen fetten Betrag auf unser Konto) überhaupt noch den morgigen Tag übersteht. Wir nehmen also den Abzweig nicht, sondern halten direkt weiter auf unsere Übernachtungshütte zu. Wir erreichen kurz drauf auch das Awaroa Inlet und laufen noch ein paar Minuten am Strand entlang Richtung Hütte. Das Inlet (Meeresarm) flutet gerade. Es ist also ein ähnliches Bild wie zwei Tage zuvor. Ein paar Schiffe stehen auf dem Trockenen. Alles glänzt golden im Licht der bereits tief stehenden Sonne. Von der Hütte aus, können wir beobachten, wie das Wasser langsam steigt und die ganze Fläche flutet. In der Hütte sind wir leider wieder nicht alleine. Aber wir haben einen Raum für uns, da dieser von einem Anderen abgeteilt ist. Das schätzen wir an diesem Abend auch sehr, denn kaum gehen die Lichter der Gaslampe aus, hören wir auch schon heftiges Schnarchen aus dem Nachbarraum.
Am nächsten Morgen holt uns ein Wassertaxi an der Awaroa Lodge ab und fährt uns zurück nach Marahau. Es gibt noch einen kurzen Stopp bei Tonga Island, wo wir eine Kolonie junger Seehunde beobachten können. Und in der Torrent Bay hängt sich noch ein Delphin an unsere Fährte. Nach ein paar Minuten kräftiger Schwimmzüge hinter dem Boot, geht dem Kollegen aber scheinbar auch die Luft aus oder er hat keinen Spaß mehr dran, die Heckwellen abzusurfen. Der Abel Tasman verabschiedet sich aber so dennoch mit zwei Highlights.








Fazit

Aufgrund der sich bietenden Möglichkeiten, was die Infrastruktur angeht, ist dieser Track wirklich für jeden geeignet. Der Weg ist ganzjährig machbar und scheint im Sommer ziemlich überlaufen zu sein. Rein Tracktechnisch stellt es keinerlei Herausforderung dar, belohnt aber auf der anderen Seite mit einer sehr schöne Küste. Alle Strände haben goldenen Sand und das Wasser ist sehr klar. Für einen Genußtrack ist das genau der Richtige. Wer eine Herausforderung sucht, ist hier nicht ganz richtig aufgehoben. Wer Einsamkeit sucht, sollte ebenfalls überlegen, ob es der richtige Track ist oder aber im Winter los ziehen. Wir haben den Track mit seinem üppigen Busch und den wunderschönen Buchten jedoch sehr genossen. Aufgrund der kurzen Tagesetappen hatten wir immer genügend Zeit an den Stränden eine lange Pause zu machen und die Umgebung zu genießen. (Marc)




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