Nicht nur « One Night in Bangkok »


Sage und schreibe haben wir es auf ungefähr 20 Nächte in Bangkok gebracht. Nicht allein unsere Liebe zu Bangkok ist daran schuld, wobei Schuld sicherlich das falsche Wort ist. Vielmehr hatte es mit der Organisation und dem Besuch von Sinas Familie zu tun, die in der Summe der Nächte ihren Beitrag zur Addition geleistet haben. Bangkok, die Perle des Orients, diese Stadt kennt vom Namen her vermutlich fast jeder ganz gut seit seiner Kindheit! Aber kennt irgendjemand das Wahrzeichen dieser pulsierenden Metropole? Gibt es da so was, das der normal Sterbliche mit Bangkok verbindet, so wie den Eiffelturm, die Tower Bridge, die Opera, das Atomium, Kölner Dom oder ich könnte fast endlos weitermachen. Und fällt da ein Groschen?

Das man ins Stocken gerät, könnte daran liegen, dass Bangkok gleich mit zig dieser Highlights aufwartet. Auf den Punkt: Was ist nun das Wahrzeichen?




Ist es der Wat Arun (Tempel der Morgendämmerung), Wat Poh (Tempel des liegenden Buddhas), der Wat Phra Kaew (Königspalast), die Khao San Road (die Backpackermeile von Bangkok), das MBK oder das Siam Center (Konsumtempel der Neuzeit), ist es der Chatuchak Wochenendemarkt (im übrigen einer der größten der Welt auf dem es fast alles gibt), ist es der gut 300 Meter hohe Bajoke Tower oder vielleicht doch eher der Lumpini Park oder letztlich das Tuk-Tuk gleich als Symbol für ganz Thailand???

Mein Lösungsvorschlag als kleine Hilfestellung ist: Es ist alles. Es sind die Strassen, die jedes dieser Organe der Stadt wie ein riesiges Adernsystem miteinander verbinden und es sind die Organe selbst, die diesen wirklich riesigen Stadtkörper bilden. Es gibt überall etwas zu entdecken. Nur muss man seine Ausflüge schon gezielt planen. Die zurück zu legenden Strecken sind einfach riesig, im menschlichen Gehtempo gesprochen. Aber dafür bietet sich ja die Gelegenheit auf ebenso zahlreiche Transportmittel auszuweichen.




Wie wär´s mit Taxen, da gibt es sicherlich mehr als normale Autos, überfüllte Busse, nach Abgas stinkende Schiffe auf der Hauptschlagader dem Chao Phraya Fluss, die Klongboote auf den Seitenarmen, Skytrain oder doch lieber MRT U-Bahn ? Und dann wären da auch noch die oben erwähnten Tuk Tuk. Kleine motorisierte Rikschas, die als Sinnbild Thailands in die Geschichte eingegangen sind. Entweder sind sie gnadenlos überteuert oder gnadenlos günstig mit 2 – 3 Extrastopps in Läden, die entsprechend dem Fahrer Kommission zahlen, wenn man etwas kauft, was man eigentlich nicht braucht. Für jeden was dabei?!

Die Stadt lebt und pulsiert an fast jeder Ecke und es macht einfach nur Spaß rum zu laufen. Man findet die von Touristen überlaufenen Hauptattraktionen, ebenso wie die kleinen ursprünglichen Märkte und Stadtteile wie Thonburi, wo man fast auf keinen Farang (Ausländer) trifft. Man entdeckt die Glitzerseite der Stadt, mit Neonreklamen und gestressten Shopping-Jüngern auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen von Markenfälscherware und die beschaulichen oder versifften Bezirke, da wo sich zwischen den Blumenduft auch schon mal der Duft der nicht abfließenden Kanalisation mischt. Es sind die Gegensätze in dieser Stadt, es ist die traditionelle Architektur, die gekonnt unkitschig kitschig ist. Dagegen steht die moderne Glitzerwelt. Es sind die ehrlichen Taxifahrer und die, die sich strikt weigern den Taxameter einzuschalten und dir die Fahrt zu überteuerten Fixpreisen andrehen wollen.




Man trifft die älteren, etwas betuchteren Touristen und die jüngeren, die ganzkörpertättowiert mit Rastalocken und ohne Hemd auf der Khao San Road umherstreifen und eine Billigunterkunft für umgerechnet 3 Euro die Nacht suchen. Jeder findet hier, was er braucht. Und dazwischen gibt es auch noch so Leute wie uns, die auch auf ihre Kosten kommen. Wir haben uns unters Volk der 3 Euro unterkunftssuchenden gemischt, aber dabei unser Hemd angelassen. Haben aber auch die Luft der „Boheme“ geschnuppert, in dem wir 4 Tage in einem schicken Hotel untergebracht waren, als Sinas Eltern zu Besuch waren. Wir hatten ein Bett das mit über 6 qm größer war, als die meisten Zimmer unserer Reise und zu den 6 qm hatten wir auch noch genügend Anlauffläche um mit einem weiten Sprung drauf zu landen. Das Frühstücksbuffet hat es uns ebenso angetan. Wir wurden mit knusprigen Brötchen und echtem Käse versorgt. Leider war der Magen gar nicht groß genug, um alles zu probieren. Bangkok, wir hatten eine gute Zeit, leckeren Käse und um es kurz auf den Punkt zu bringen „Bangkok ist echt geil!“. (Marc)