Die Schlacht um Songkran


Gut vier Monate hatten sich schon das Bild von des „Durchschnittsthailänders“ in unseren Köpfen festgesetzt: freundlich, scheu, zurückhaltend und wenn man die Massagedamen am Patong Beach mal ausklammert auch durch und durch kontaktscheu. Ein schüchternes Lächeln, ein zögerlich Gibbeln, wenn der Gegenüber einmal versucht ein paar Wörter Thai zu sprechen, das war die typische Interaktion mit den Einheimischen über die Zeit. Doch dann kam SONGKRAN…

Songkran ist eigentlich ein beschauliches Neujahrsfest mittlerweile datiert auf den 13. bis 18. April im Kalender von Thais und Laoten, Buddhastatuen werden Opfer wie Reis und Co. niedergelegt, Statuen sowie älteren Menschen werden aus Respekt mit kleinen Mengen Wasser beträufelt – soviel zur Theorie. In der Praxis mussten wir bereits am Vormittag aufpassen, dass das elektronische Equipment auf den 10 Metern von unserer Haustür bis zum Videokurs nicht einmal geflutet wurde. Das hieß erst vom Balkon schauen bis der Konvoi an Pick-ups mit riesigen Wasserkübeln und bewaffneten „Songkran-Soldaten“ ihre Gefechte mit den „Scharfschützen“ auf Häuserdächern ausgefochten hatten, den Moment abwarten in denen die Scharfschützen wieder nachladen mussten, Elektronik in die Plastiktüte und dann: Renn um dein Leben. Doch nach dem nach und nach immer mehr Besucher im Büro erschienen, die ihre Schlacht schienen verloren zu haben, brach auch in uns der natürliche Instinkt trocken und sauber bleiben zu wollen.





Zusammen mit unserem Englischen Besuch machten wir uns auf zum Sairee Beach, seines Zeichens Party-Hochburg Koh Taos. In Minuten waren wir mittendrin statt nur dabei. Wir waren vergleichsweise nur mit Neandertalerwaffen (einer Wasserflasche) in den Krieg gezogen und standen nun den schwersten Geschützen von mächtigen Wasserpistolen gegenüber, die ohne weiteres auch für Berufsfeuerwehr tauglich gewesen wären. Und dann wurde nur noch eingenässt und eingepudert (eine weitere Songkran Sitte), von der nächsten Infanterie wieder abgewaschen und neu gepudert, von der nächsten …na ihr könnt es euch denken…

An diesem Tag wurden wir von den Thais beschossen, beworfen, umarmt, bemalt, gedrückt, bis am nächsten Morgen im 7eleven wieder ein schüchternes „Sawadeekaaaaaaa“ hinter der Theke hervorkam. (Sina)