Bergisches Land


Eingebettet in ein waldreiches Gebiet liegt unsere Heimat und "Wurzel" das Bergische Land. Genauer gesagt die Stadt Remscheid, direkt im Städtedreieck mit Wuppertal und Solingen. Mitten in Westdeutschland ca. 50km entfernt von der bekannten Metropole Köln, mit dem berühmten Kölner Dom.





Die Wurzeln
Eine Gegend mit weit zurückreichender Tradition, welche ihre historischen Wurzeln im Bereich der Stahlverarbeitung aber auch der Tuchmacherei hat. Bis in die Gegenwart hat sich jedoch in Remscheid stark die stahlverarbeitende Industrie vor allem im Bereich der Werkzeugherstellung etabliert, der Maschinen- und Anlagenbau ist als weiteres Standbein zu nennen.
Historisch betrachtet, besagt schon der Beiname "Klingenstadt", dass in Solingen das Herz der deutschen Schneidwarenindustrie sitzt. In Wuppertal hingegen wurde die industrielle Entwicklung im 19. Jahrhundert durch die Textilindustrie geprägt, jedoch auch mit Anteilen der metallverarbeitenden Industrie.

 

 

Die Gesamtzahl der Einwohner beträgt heute in allen drei Städten zusammen nahezu 600.000. Wir begeben uns auf eine kleine Heimatreise von der Gründung des Bergischen Landes bis zum heutigen Industriestandort und starten unsere Reise in Solingen bei Schloss Burg. Hier begann die Geschichte des Bergischen Landes Anfang des 12. Jahrhunderts mit Graf Adolf von Berg, dem Namensgeber der Region. Anfangs noch von anderen Residenzen aus regierend, wurde im Mittelpunkt des Reiches 1133 das heutige Schloss Burg an der Wupper erbaut. Im 13. und 14. Jahrhundert war Schloss Burg dann die Hauptresidenz der Grafen von Berg. Heute läßt sich der Burgberg auf drei verschiedene Weisen ersteigen, einmal bequem und motorisiert

   

auf der Straße, nostalgisch mit dem alten Sessellift und anstrengend zu Fuß über einen kurzen dafür aber steilen Waldweg. Schloss Burg wurde während des dreißigjährigen Krieges stark zerstört und die Baustoffe später auch noch für andere Bauwerke verwendet, bis nur noch eine Ruine übrig war. Wiederaufbau und Restaurierung erfolgten erst 1890. Wir stehen somit nicht mehr vor einer wirklich historischen Anlage, aber dennoch stellt sich an der ein oder anderen Stelle ein mittelalterliches Gefühl ein, wenn man durch die Anlage spaziert. Viele Gasthäuser haben sich um die Burg angesiedelt und locken mit regionalen Köstlichkeiten, wie der traditionellen, bergischen Kaffeetafel. Aber vorerst gilt es weiter die Geschichte der Region zu erkunden. Erz, das Gold unserer Berge
Gehen wir kurz noch einen Schritt weiter zurück in der Zeit. Schon im 10. Jahrhundert begann man in unserer Gegend mit dem Abbau kleiner Eisenerzvorkommen, vorwiegend im Tagebau. Neben dem Einserzvorkommen stellte der große Reichtum an Wald und damit an Holz den zweiten Rohstoff für das Eisengewerbe. Das Eisen wurde mit Hilfe von Holzkohle aus dem erzhaltigen Gestein herausgeschmolzen. Hier wurden bereits die Grundlagen für die spätere Industrie gelegt. Parallel hierzu entwickelte sich mit der Stadt Lennep ein zweiter Industriezweig, das Tuch- und Webergewerbe. Lennep erhielt im Jahre 1230 Stadtrechte, gehörte zu den ältesten Städten des Bergischen Landes, war

sogar Teil der Hanse. Handel und Handwerk blühten.
Wir besuchen den heutigen Stadtteil von Remscheid und machen einen Abstecher in die schöne Altstadt. Bis weit ins 14. Jahrhundert erstarkte die Tuchindustrie und machte die Produkte aus Lennep weit über die Grenzen hinaus bekannt. Erst im 18. Jahrhundert, nach Zunftstreitigkeiten und dem verheerenden Stadtbrand 1750, der Lennep fast zerstörte, kam dieser Zweig gänzlich zum Erliegen. Viele Einwohner wanderten ab und Lennep konnte an die einstige Blütezeit nicht mehr anknüpfen.

 

Das Outfit der Region
Heute führen viele enge Gassen an den restaurierten typischen Häusern der bergischen Region vorbei. Dominierend sind die Schieferhäuser, mit den weißen Fenster- und Türrahmen und den grünen Fensterläden, grün, weiß und schwarz der bergische Farbendreiklang. Immer wieder tauchen aber auch die alten schwarz weißen Fachwerkhäuser auf. Das typische Architektur Bild des Bergischen Landes. Ein weiteres berühmtes Haus , das in das gleiche Schema passt, erreichen wir auf dem Weg durch die

Altstadt. Das Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen, der 1845 in Lennep geboren wurde und 1895 die Röntgenstrahlung entdeckte, welche ihn bis heute weltbekannt macht. Doch nur die wenigstens kennen seinen Geburtsort. Ein Abstecher führt uns noch zur teilweise erhaltenen, mittelalterlichen Stadtmauer bevor wir unsere Reise fortsetzen und wieder auf den Weg der Industrialisierung zurückgehen.         

Das Bergische - Hammerhart
Der Remscheider Raum wurde für die Veredlung des Stahls und die Herstellung von Halbfertigprodukten bekannt. In Solingen schmiedete man hingegen aus dem Stahl vornehmlich Schwerter, in Wuppertal Cronenberg Sensen. Den Schliff für die nötige Schärfe und die polierte Oberfläche erhielten diese Schneidwaren am Schleifstein. In den Anfängen wurden die Schleifsteine, die Schmiedehämmer und Eisenhämmer ausschließlich durch Menschenhand bewegt und angetrieben. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann

 

man die Wasserkraft zu nutzen und trieb Hämmer und Steine, aber auch Blasebälge der Schmelzöfen durch Wasserräder an. Die bekannten Hämmer und Schleifkotten entstanden in großer Dichte und steigerten die Produktivität. Der erste Hammer wurde damals um 1475 erbaut. Dienten die ersten Hämmer im Raum Remscheid, Solingen, Wuppertal doch eher noch der Stahlgewinnung, so wandelte sich das Bild in den darauffolgenden Jahren und es entstanden die Spezialitäten der Regionen, wie oben bereits genannt. Erst um 1800 sank dann die Zahl der Sensenschmiede und es begann die Entwicklung des Kleineisenhandwerks aus dem die heute noch florierende 

Werkzeugindustrie hervorging. Neben den ursprünglichen Schneidwerkzeugen wurden Feilen, Bohrer, Meißel, Hämmer gefertigt aber auch Produkte wie Waffeleisen, Schlittschuhe oder Kaffeemühlen in deren Herstellung Remscheid zeitweilig führend war. Man verstand es, neue Technologien und neue Absatzchancen aufzugreifen und zu nutzen. Das Zeitalter der Industrialiserung nahm Einzug und damit auch der Fortschritt was die architektonischen Leistungen betraf. Der Steffenshammer ist heute in Remscheid noch zu besichtigen, zwar restauriert, aber dennoch in seiner ursprünglichen Funktionsweise. Die Talfahrt mit Elefanten
Auf unserer Weiterfahrt nach Wuppertal machen wir einen kurzen Zwischenstop an einem weiteren historischen Bauwerk Remscheids, der Sperrmauer der Eschbachtalsperre, der ersten Trinkwassertalsperre Deutschlands, welche 1891 erbaut wurde und als wichtiger Meilenstein der wirtschaftlichen Entwicklung galt. Heute führt ein ca. 3km langer Weg um die Talsperre. Das Gebiet dient den Remscheidern als Naherholungsgebiet, bietet aber auch den sportlich ambitionierten eine schöne Laufrunde

 


 

durch den Wald. Heute verzichten wir allerdings auf diese und begeben uns lieber motorisiert nach Wuppertal. Wir nutzen die Gelegenheit zu einer Fahrt mit der einzigartigen Schwebebahn. 1901 nach 3jähriger Bauzeit fertiggestellt, verbindet sie heute auf einer gut 13,5 Kilometer langen Fahrt den Stadtteil Oberbarmen mit Vohwinkel. Führt dabei meist über die Wupper, aber teilweise auch direkt durch Stadtgebiet. Die Wuppertaler Schwebebahn gilt seit mehr als einem Jahrhundert als das sicherste Massenverkehrsmittel der Welt. Nur ein Unfall machte damals im Juli 1950 Schlagzeilen. Ein umherziehender Zirkus wollte als Werbegag den Elefanten Tuffi mit der Schwebebahn durch Wuppertal fahren. Sie hatten die Rechnung allerdings ohne das Tier gemacht, welches diese Aktion gar nicht so berauschend fand und kurz nach Abfahrt trompetent durch den Wagen lief, durch die Seitenwand des Wagons brach und 10 Meter in die Tiefe sprang. Glücklicherweise blieben alle inklusive Tuffi seinerzeit fast unverletzt. Die Schwebebahn stellte nach ihrer Erbauung ein nicht zu unterschätzendes Aushängeschild dar, das die Innovation des Standortes Wuppertal unterstrich. In ihrer Ausdehnung und Art hat sie weltweit ein Alleinstellungsmerkmal.

Ein Bogen, der verbindet Nach der Fahrt kommt uns beim Anblick des Stahlgerüstes der Bahntrassen der Gedanke noch das letzte Aushängeschild unserer Region zu besuchen. Es liegt im Tal zwischen Remscheid und Solingen oder besser gesagt das Fundament liegt im Tal, denn die Brücke auf dem Fundament führt in etwa 107Metern über die Wupper und führt täglich Züge, welche zwischen Wuppertal und Solingen, verkehren darüber. Die Müngstener Brücke, die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands wurde ebenfalls nach 3 jähriger Bauzeit 1897 fertiggestellt und eingeweiht. Der Bau der Brücke stellte zur Jahrhundertwende eine Meisterleistung dar, die in ihrer hochtechnisierten Konstruktion und Realisierung im starken Kontrast zur Erlebniswelt des Großteils der staunenden Bevölkerung stand. So prägen alle diese Bauwerke als Zeitzeugen noch heute unsere Region und werden immer noch aktiv genutzt. Wir begeben uns auf einen Wanderweg der zurück nach Schloss Burg, dem Ausgangspunkt unserer Reise, führt. Wir werden vom langsam aufziehenden Regen begleitet, der so typisch für unsere Region ist und sind froh als wir wieder Schloss Burg erreichen, einkehren können und erst einmal eine traditionelle Bergische Kaffeetafel genießen.

 


"Seestadt auf dem Berge" Das war nun unsere kurze Reise durch unser Städtedreieck, dem Haupttsitz der Industrie des bergischen Landes. Unsere Heimatstadt Remscheid mit seinem vergleichsweise hohen Anteil produzierenden Gewerbes als letzte, wirkliche Industriestadt der Region. Die Einwohner nennen sie auch liebevoll, "Die Seestadt auf dem Berge", nicht wegen des unverhältnismäßg vielen Regens, der hier fällt sondern wegen der weitzurückreichenden Exportausrichtung, der gelungenen Verbindung aus Handwerkern und Kaufleuten. Menschen, welche die hohe Qualität der Erzeugnisse in die Welt trugen und einen Namen für Qualität daraus machten. Das Bergische Land als       Wiege der Qualitätswerkzeuge und wie heißt es : ... wenn Sie dann zurück kamen von ihren Reisen die Kaufleute und Produzenten, dann sind sie hier ganz bodenständig und tief verwurzelt. Sind ein bischen stur, geradlinig, traditionell und bekannt auch für die Lösung abseitiger Probleme." Überdurchschnittlich viele Patente und Erfindungen gibt es hier, keinen Stillstand. Schon im Remscheider Platt Sprachgebrauch war der "Knösterpitter" bekannt., der sich mit Problemlösungen in seiner Werkstatt beschäftigte. Wurzeln und Flügel auch das Motto unserer Reise, als Remscheider in die Welt, ohne Stillstand, jedem "Problem" offen gegenüberstehend, es nicht als Hindernis, vielmehr als Herausforderung sehen ....





Wenn Ihr Interesse habt, so besucht doch einfach mal unsere Region und probiert ebenfalls die traditionelle "Bergische Kaffeetafel".


Eingangshalle